Klima

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Nemesia
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Klima

Beitrag von Nemesia » Do Aug 09, 2018 18:24

Hallo ihr Lieben :blume4:

ich habe heute zwei sehr interessante Berichte über Klimaschutz /Klimawandel gelesen,
die ich hier gerne an euch weitergeben möchte:

1. vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung
https://www.pik-potsdam.de/aktuelles/pr ... rschreiten

2. Klimaschutz: 14 Tipps gegen den Klimawandel, die jeder kann
..weil ich es immer gut finde, sich selber an die Nase zu fassen und Dinge zu verändern, statt nur auf andere zu schimpfen.. :grin:
Wobei ich das mit dem Schimpfen- z.B.auf Politiker und ihre Ignoranz auch nicht ganz sein lassen kann.... O:) :wink:

1. Weniger verschwenden
Lebensmittelverschwendung heizt Klimawandel an
Verschwendung durch Einweg-Produkte , wie etwa Plastikverpackungen, befeuern Klimawandel

2.Produkte gemeinsam nutzen
Würden wir nur jedes zweite Produkt mit unseren Nachbarn teilen, gebraucht kaufen oder reparieren lassen,
ließen sich die Emissionen halbieren.

3.Bio-Produkte statt Klimawandel

Weil im Biolandbau Kunstdünger und Pflanzenschutzmittel entfallen, werden rund 20 Prozent weniger der für den Klimawandel mitverantwortlichen Treibhausgase emittiert als bei konventioneller Landwirtschaft. Außerdem werden durch Humusbildung Treibhausgase im Boden gebunden – das ist aktiver Klimaschutz.

4.Regional und saisonal einkaufen
1 kg Obst oder Gemüse aus Übersee verursacht rund 10 Kilogramm CO2-Emissionen. Lebensmittel aus (beheiztem) Treibhausanbau verursachen im Durchschnitt zehn Mal mehr Emissionen als solche aus Freilandproduktion. Ergo gilt für den Klimaschutz: Regionales Gemüse aus saisonalem Freilandanbau ist besser fürs Klima.

5.Öffentliche Verkehrsmittel gegen den Klimawandel
Öffentliche Verkehrsmittel zu nehmen spart pro Person jährlich bis zu 2,5 Tonnen CO2 (statt in der gleichen Zeit mit einem Mittelklassewagen circa 10.000 Kilometer zu fahren). Zudem sind Bus, Fernbus, Bahn &Co. Effizienter, weil sie mehr Menschen transportieren können – mit einem wesentlich geringeren Energieaufwand.

6.Fahrrad statt Auto
Auto öfter mal stehenlassen (Anmerkung Nemesia: oder einfach mal wieder zu Fuß gehen...das ist auch schön)

7.Zu Ökostrom wechseln

Zu Ökostrom wechseln ist praktizierter Klimaschutz: Etwa 0,6 Tonnen CO2 lassen sich so pro Jahr und Person sparen.

8. Zu einer Ökobank wechseln
Klingt abstrakt, bewegt aber große Hebel: Anders als konventionelle Banken entscheiden sich Ökobanken bei Investitionen klar gegen Investitionen in Waffen, Nahrungsmittelspekulation oder klimaschädliche Energieformen. Stattdessen investieren sie in nachhaltige Projekte und erneuerbare Energien und helfen dabei, eine ökologisch sinnvolle und ökonomisch realistische Wirtschaft aufzubauen.

9.Energiesparende LED-Lampen nutzen

10. Mit der Bahn fahren
Etwa 0,25 Tonnen CO2-Ersparnis (Hin-/Rückstrecke Berlin/Palermo).
Unter den Verkehrsmitteln sind Flugzeuge die mit Abstand klimaschädlichsten,
die Abgase entfalten in großen Flughöhen ein hohes Potenzial.

11. Auf Fleisch verzichten (Anmerkung Nemesia: ...oder Konsum reduzieren)
Fleisch und Milch haben den größten Einfluss auf den Planeten. Weniger davon zu essen und zu trinken
hilft dem Klimaschutz.

12. Haus wärmedämmen
Wohnungen und Häuser richtig wärmedämmen bringt viel für den Klimaschutz –
je nach Gebäudeart und Anzahl der Bewohner beträgt die Ersparnis bis zu drei Tonnen CO2 pro Jahr!

13. Mehr selber machen
Selber machen macht uns bewusst, das nicht alle Dinge Konsum- und Wegwerfprodukte sind.
Und dann gehen wir auch pfleglicher und weniger verschwenderisch mit diesen Dingen um.

14. Minimalismus für den Klimaschutz
Auch Minimalismus zahlt auf den Klimaschutz ein. Weil es vor allem unser Konsum ist,
der einen ökologischen Fußabdruck hinterläßt, bedeutet weniger Konsum auch weniger Klimagase.
Wir sollten uns öfter die Frage stellen: Brauche ich das wirklich?


Quelle: https://utopia.de/galerien/klimaschutz-tipps/
Dort findet ihr die 14 Punkte in aller Ausführlichkeit und noch zusätzliche Infos

Viel Spaß beim Lesen und Stöbern und beim eventuellen Umsetzen dieser teilweise wirklich sinnvollen Tipps :daumen:

Liebe Grüße von Nemesia :blume4:

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Re: Klima

Beitrag von Nemesia » Do Aug 09, 2018 18:46

P.S.: Wäre super, wenn ihr dazu auch schreiben würdet:

- was ihr in der Richtung schon tut,
- wo ihr bei euch Veränderungspotenzial seht
- usw...

Also ich fange mal an :grin:

was ich schon in der Richtung tue:
-ich verschwende nichts...oder eher selten
-ich bevorzuge Bioprodukte, kann es mir aber finanziell nicht leisten ausschließlich Bio zu kaufen...
-dafür kaufe ich Obst und Gemüse immer saisonal und regional...- außer z.B. Bananen, die wachsen hier nun mal nicht
-ich nutze gerne öffentliche Verkehrsmittel
-bevorzuge ansonsten Füße und Fahrrad vor Auto, aber das geht auch nicht immer...
- und ganz klar lieber Bahn als Flugzeug...
- LEDs
-Minimalismus funktioniert hervorragend- außer bei Büchern ....und da will ich das auch nicht... O:)

wo ich Potenzial sehe:
-Ökostrom
-Fleisch reduzieren....wobei ich sowieso nicht so furchtbar viel davon esse...aber gegebenenfalls könnte ich den Konsum noch weiter einschränken..

Und wie sieht es bei euch aus?

LG Nemesia :blume4:

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Re: Klima

Beitrag von Mia » Fr Aug 10, 2018 00:18

Liebe Nemesia, :smile:
Ich bewundere immer wieder Deine Überzeugungen und Deine Ausdauer! Mach weiter so!!!!

Ich selbst? - Ich bin der absolute Vorreiter in allen Punkten. Bis auf die Tatsache, dass ich abends noch rauche - und das auch nicht lassen will. Und Rotwein trinke ich des abends auch. Und der wird eingeflogen!
Tja, man kann nicht in allem perfekt sein. :wink:

Vorweg: ich bin ein absoluter Plastikmuffel. Seit ewig schon.
Nichts fand ich schlimmer, als die Erfindung des 'Dualen Systems', bei dem Plastik als Wertstoff behandelt wird, und damit - über den Globus - GEHANDELT wird. Vorher hatten wir in Deutschland ein recht stabiles Mehrwertsystem, bei dem Jogurtbecher aus Glas und Glasflaschen in den Laden - gegen Pfand - zurückgebracht wurden.
Mit Einführung des Dualen Systems, haben sich die Plastikmengen -nicht nur in Deutschland - verhundertfacht/vertausendfacht.
"Plastik" - das ist heutzutage eine globale Erkrankung!

Wie froh bin ich, dass die Chinesen unsere Petflaschen nicht mehr annehmen, die von den Discountern in großen Frachtern über die Meere geschippert wurden. Anstatt in Deutschland ihrer Wiederverwendung zugeführt zu werden. Wie froh bin ich, dass die Chinesen und Asiaten jetzt selber genug eigenen Plastikmüll haben, in dem sie zu ersticken drohen, um daraus nette Fleecejackden und kuschelige Teddybären zu produzieren.

Und bei der flauschigen, warmen Decke, die mir meine Kindern zu Weihnachten schenkten, dachte ich: Für dich habe ich garantiert schon mal bezahlt, da warst du noch ein Sahnebecher! - Jetzt wirst du alsbald mit deinen Microplastikteilchen, die sich auswaschen, unsere Bäche und unsere Fische vergiften. Und zu guter Letzt werde ich dich auch noch essen! Sahnebecher, der du einmal warst!
Denn, ich verwöhntes Weib, ich trinke morgens Sahne im Kaffee. Bei mir wird Milch immer schlecht. Jogurt kann ich ja noch in Glasbehältern kaufen, Sahne nicht.

Aus meiner Kritik zeigt sich bereits, dass ich Plastikverpackungen in Supermärkten meide - und zwar wie die Pest! Wurst, Käse und Fleisch kaufe ich grundsätzlich an der Frischetheke ( Wobei die Sachen auch da aus der Plastikverpackung kommen, aber besser große Verpackungen, als drei Scheiben Sonstwas extra in Plaste ummantelt, sage ich mir.) Für Gemüse und Obst nehme ich ein Körbchen mit und tue es grundsätzlich in keine Plasiktüten.
Ich kaufe immer noch Sprudel und Säfte in Glasflaschen, selbst wenn ich mehr schleppen muss. Mineralwasser aus Plastikflaschen schmeckt mir auch einfach nicht.
Wenn ich mehr Geld hätte, würde ich vermutlich nur beim Biobauern einkaufen, aber ich habe nicht "mehr" Geld. Ich muss sparen. Mein Auto ist gerade kaputt, ich kriege es auch nicht repariert, bis Oktober, zu teuer. Seit Wochen bin ich nur zu Fuß unterwegs. Aber selbst wenn es nicht kaputt ist, nutze ich die Bahn und die Busse. Oder ich laufe. Laufen tut gut, es hält fit. Ich habe auch einen Hund, ( nur einen noch), mit dem laufe ich meine täglichen Kilometer. Fahrrad habe ich leider keines mehr, beim Umzug ist es verloren gegangen. Mal gucken, ob ich ein leichtes, altes Teil nochmal irgendwo wieder herkriege.
LED-Birnen sind für mich ein Muss.

Was mir Sorgen macht, ist meine Heizung. Ich habe im Keller einen Ölbrenner, und der verpulvert ordentlich Energie. Für die unteren Räume habe ich vor zwei Jahren einen Küchenherd gekauft. Also, nicht nur so ein Ding zum heizen, sondern so eins, auf dem man auch kochen kann und in dem man backt. Der Ofen frisst Holz - das ist auch nicht toll. Aber mit irgendwas heizen muss ich, im letzten Februar hatten wir hier wochenlang nachts minus 20 Grad. Und tagsüber war es auch nicht viel wärmer.

Gerne würde ich das Haus ETWAS besser dämmen. Im Grunde müssen unten dringend neue Fenster rein. Die Fenster sind sind riesig, hochgewölbt, alt, Holzfenster, nur zweimal verglast, durch sie geht jede Menge Heizenergie flöten. Aber - ich habe keine Knete für neue Fenster. Das einzige, was ich machen kann, ist im Winter die Vorhänge gut zuzuziehen.

Ansonsten bin ich skeptisch, was diese Dämmleidenschaft der Deutschen betrifft. Ich weiß nicht mehr, wie lange diese Idee mit dem 'besseren Dämmen' schon wärt, sicher 15 Jahre. Das Dämmen sieht in der Regel dann so aus, dass sich Leute wieder jede Menge Plastiksubstanzen in und um das Haus packen. Styroporverkleidungen, irgendwelche Aufschäumsubstanzen... ich bin mir absolut nicht sicher, ob das gesund ist. Sagen wir so: ich bin mir sicher, dass das NICHT gesund ist!
Und diese Hochhausbrände im letzten Jahr, sie zeugen von der Gefährlichkeit so gedämmter Fassaden!
Wenn innen und außen gedämmt wird, wenn alle Plastikfenster perfekt dicht sind, dann sitzt man in so einer Kiste, die nicht mehr atmen kann, wo Frischluft nur zweimal am Tag durch Stoßlüften erzeugt wird, und genießt ansonsten den Duft von polymeren Kohlenwasserstoffen. Brrrr! ( Man kennt den Geruch von Tedi oder früher von Deichmann...

Nein. Für mich muss ein Haus atmen können. Und selbst wenn ich im Ultraschall sehe, wo hier die Kältebrücken unter den Fenstern sind, wo einfach doch etwas Luft reinkommt, oder sich Kälte niederschlägt, will ich lieber die Kältebrücken haben, als gar keine Luft. Na, die unteren großen Fenster müssten schon ausgetauscht werden, aber eben nicht ALLES im Haus mit Kunststoffen versiegelt!

Ich habe einen Dachboden, über den bin ich froh. Okay, die kleinere Hälfte wurde vom Vorbesitzer ausgebaut, aber die andere Hälfte ist noch roh. Dieser unausgebaute Dachboden, in dem man von unten gegen das Holzwerk und die rohen Ziegel guckt, tut das, was er tun soll: er dient als Hitzepuffer! Gerade jetzt, in diesen Wochen und Wochen großer Hitze war ich so dankbar für sein Vorhandensein.
Die Hitze sammelt sich unter dem Dach - und bleibt da! Der Dachboden schützt die unteren Etagen vor Hitzeüberflutung. Und im Winter mindert er als Puffer die eindringende Kälte.

Ich habe früher eine Zeit auf der Insel La Palma gelebt. Genug Zeit, die alte Bauweise der einfachen Bauernhäuser mal anzuschauen.
Das waren jetzt sogenannte Fincas, also wirklich nur sehr einfach errichtet. Dicke, von außen weiße Mauern, kleine Fenster, und alle hatten ein kleines Giebeldach. Warum? Ganz einfach: damit sich die Hitze darunter sammelt, und nicht direkt in den Wohnräumen.
Das Giebeldach diente als Hitzespeicher. Ich meine, dass die Spanier auch Flachdächer können, haben sie ja inzwischen wirklich bis zum Erbrechen bewiesen - und dabei ihr altes Wissen verrotten lassen.
Aber die alten Häuser hatten das noch. Diese ganz bewussten Hitzespeicher unter dem kleinen Giebeldach.
Heutzutage wird in Deutschland alles ausbaut und gedämmt. Ein nicht ausgebauter Dachboden gilt als verschleudertes Kapital.
Kann man ja vermieten!
Dass die Mieter darin im Grunde nur mit Klimaanlagen leben können, die jede Menge Strom fressen, geht dann auf deren Kasse.

Also, auch das Bauen ist inzwischen aus ökologischer Sicht ein Problem. Leerflächen, Hitze- und Kältespeicher, die für unsere Vorfahren noch ganz natürlich waren, werden aus ökonomischen ( geldbezogenen) Gründen nicht mehr geduldet. Ebensowenig wie Baumalleen an den Straßen.
Mich macht das bitter. Soll der Klimawandel mal kommen, denke ich dann. Vielleicht ist er eine gute Möglichkeit, den Menschen das Umdenken zu lehren.
Aber - offen gesprochen - meine Bitterkeit und meine Trauer überwiegt.

Lieben Gruß,
Mia
Ich möchte so ein guter Mensch werden, wie meine Hunde von mir glauben, dass ich es bin.

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Re: Klima

Beitrag von Ulia » So Jul 14, 2019 16:40

Sehr tolle Berichte!
Danke;)

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Re: Klima

Beitrag von Mia » So Jul 21, 2019 18:12

Nemesia wird Dir vermutlich nicht mehr antworten, Ulia, :sad:
sie hat sich aus dem Forum zurückgezogen.
VG
Mia
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Re: Klima

Beitrag von Atlas » Fr Nov 29, 2019 14:17

Lieben Dank für diese wertvollen Tipps! Jeder kann bei sich selbst anfangen und viel tun, das fängt schon beim einkaufen im Supermarkt an. Wünsche euch allen ein schönes Wochenedne. :grin:

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Re: Klima

Beitrag von JürgenKL » Mo Jun 29, 2020 23:37

Hallo alle zusammen! :smile:

Finde den Bericht super. :daumen:
Wenn sich alle Menschen nur an die Hälfte halten würden, wäre schon ein wichtiger Schritt getan.

Lg Jürgen

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