Plausch dies das

Für alle anderen Diskussionen!
Mia
Bio-Genie
Bio-Genie
Beiträge: 3022
Registriert: Fr Jun 04, 2010 22:27
Antispam-Sicherheitsabfrage: 63
Wohnort: östliches NRW
Geschlecht:

Re: Plausch dies das

Beitrag von Mia » Mi Apr 08, 2020 20:52

Jein, Tscharlie, ich jedenfalls nicht mehr.

Der siderische Mondkalender nach Maria Thun schmeckt mir persönlich sehr viel besser als der tropische, der nach astronomischen Gesichtspunkten geht, und für die Schifffahrt früher und wahrscheinlich heute noch, unerlässlich ist/war.
Du weißt ja sicherlich, dass die beiden Mondkalender divergieren, einmal, weil sie andere Zeitmuster zu Grunde legen, und der tropische von rechnerischen Fakten ausgeht, während der siderische das wiedergibt, was ( nahezu) tatsächlich am Himmel sichtbar ist.
Den tropischen Sternkreis ( inkl: Mond) findest Du heute in käuflichen Ephemeriden, er gilt nahezu weltweit.

Ich habe mich, bis ich etwa 40 war, auch mit Astrologie befasst, und musste daraus folgend - fast zwanghaft - beide Systeme für mich richtig prüfen. Dabei stieß ich darauf, dass sie sich in der astrologischen Aussage jedenfalls nicht beissen. Ein Horoskop, welches nach den tropischen Sternzeichen und Zahlen gestellt wurde, ergibt inhaltlich letztlich dasselbe wie eines, das nach siderischen Prinzipien errechnet wurde. Das hat mich, offengestanden, sehr überrascht. Damit hatte ich nicht gerechnet. Ich hatte damit gerechnet, dass Leute wie Maria Thun eher - hoffentlich, vielleicht- ein genaueres Bild abbilden würden.

Nun, das konnte ich jetzt bei Horoskopen so stehen lassen, aber bei den zwei verschiedenen Mondkalendern hatte ich immer noch das Divergieren um drei Tage. Wahrend der eine bereits Blühtage apostulierte, hatte der andere noch Fruchttage... oder Wurzeltage.
Ich habe es dann mit gleichen Saaten in den gleichen Schalen ausprobiert und bin für mich zu dem Schluss gekommen, dass es eine Frage des Glaubens ist.

Der Mond läuft extrem schnell. An einem Tag kann er 12, 15 Grad im Zodiak zurücklegen. Man kann den, meines Erachtens, auf Blüh- und Frucht- und Wurzeltage gar nicht so festmachen. Zudem ist es eine Frage, ob ich jetzt in Mitteldeutschland, in Island oder in Indien stehe.

Was ich allerdings sicher zu wissen meine: Der Mond hat, durch seine Gravitation, etwas mit dem Wasserhaushalt der Erde zu tun. Er hat, ganz klar und deutlich, Einfluss auf Ebbe und Flut, und, weil die Dinge miteinander verbunden sind, somit auch auf das Ansteigen oder Abnehmen des Wassers in Pflanzenkörpern. ( Über die Menstruation oder den Eisprung von Frauen möchte ich an dieser Stelle nicht sprechen.)

Jedenfalls: von daher ist es mir logisch, bei abnehmendem Mond Dinge zu pflanzen wie diverse Zwiebeln, die gern trocken in die Erde kommen wollen, und bei aufsteigendem Mond Samen zu säen, die sich daran erfreuen, Wasser in sich anzureichern, um keimen zu können.
Auch bin ich der Meinung, dass man Kräuter, die man trocknen möchte, am besten bei absteigenden Mond pflückt, weil ihre innere Feuchtigkeit dann eh zurückgeht.

Ich teile aber nicht die Aufteilung in Blüh-, Blatt-, Wurzel- oder sonstwas Tage. Auch nicht mehr bei Maria Thun, obwohl sie meine "Liebste" ist. Dergleichen habe ich -als ungenau - abgehakt. Ich kann da übrigens auch noch länger und genauer was zu schreiben, wenn Du möchtest, Tscharlie.

Für heute einen lieben Gruß,

Mia

Hier noch einen link zum Divergieren der beiden Mondkalender:

https://www.bunkahle.com/astrolog/mocal.cgi
Durch Klicken kann man zwischen zwei Anzeigen wechseln.
Ich möchte so ein guter Mensch werden, wie meine Hunde von mir glauben, dass ich es bin.

Benutzeravatar
Tscharlie
Gartenprofessor
Gartenprofessor
Beiträge: 184
Registriert: Sa Feb 22, 2020 08:44
Antispam-Sicherheitsabfrage: 63
Geschlecht:

Re: Plausch dies das

Beitrag von Tscharlie » Do Apr 09, 2020 07:00

Danke für die Antwort.
Ich habe mich mit Astrologie nie richtig beschäftigt. Ein Bekannter von uns hat Geburtshoroskope (Tag-Uhrzeit-Ort)erstellt, bei denen man schon meinen konnte, da muss was dran sein.

Aber ich habe diesen Bereich in meinem Leben in den Teil verlegt den andere für mich klären dürfen. (zB. die ganze Elekronik gehört auch in diesen Bereich meines Lebens,)

Maria Thun hat ja eher mit Versuchen die Zusammenhänge erfahren, ich denke weniger berechnet.

Ich habe auch einen Versuch gemacht vor vielen Jahren.
Gleiche Tüte Radischensamen. Einmal bei Wurzel gepflanzt und einmal bei Blatt. Nach Angabe Thunkalender.
Dann und das scheint mir noch wichtiger zu sein, auch an diesen Tagen gepflegt, also gehackt, verjüngt und Beikräuter weggenommen.
Und was ist passiert? Die einen wuchsen wie wild und hatten schon nach 2 Wochen die anderen weit überholt, frisches Grün, die anderen waren eher langsam und ließen sich Zeit zu wachsen. Dann kam der Erntezeitpunkt, die einen hatten Blätter in Massen, aber fast keine Radieschen die anderen fast keine Blätter aber dicke Radischen. Ratet mal zu welchen Zeitpunkten die jeweils gepflegt wurden?

Ich glaube einfach, dass Maria Thun das mit großer Gewissenhaftigkeit "ergärtnert" hat, das reicht mir erstmal.

Und es kann ja nicht schaden.

Mondphasen waren noch nie mein Ding, obwohl man ja an jedem wirklich großen Gewässer die pysikalische Auwirkung sehen kann.
Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier. M.Ghandi

Mia
Bio-Genie
Bio-Genie
Beiträge: 3022
Registriert: Fr Jun 04, 2010 22:27
Antispam-Sicherheitsabfrage: 63
Wohnort: östliches NRW
Geschlecht:

Re: Plausch dies das

Beitrag von Mia » Do Apr 09, 2020 20:13

Ich habe angefangen Dir zu antworten, Tscharlie, :smile:
aber es ist mir über den Kopf gewachsen.
Und zwar spätestens an dem Zeitpunkt, als ich nicht mehr wusste, welche kalendarische Zeitrechnung sie überhaupt nimmt.
Lies sich auch nicht einfach ergoogeln, ich wusste es mal, aber ich weiß es jetzt nicht mehr.
Vielleicht über Ostern von mir mehr.

Diesmal nur zwei interessante links zu dem Thema Maria Thun:

https://www.astro.com/astrowiki/de/Maria_Thun

https://www.paungger-poppe.com/de/publi ... t-dem-mond

Viel Spaß beim Lesen!

Lieben Gruß
Mia
Ich möchte so ein guter Mensch werden, wie meine Hunde von mir glauben, dass ich es bin.

Benutzeravatar
Tscharlie
Gartenprofessor
Gartenprofessor
Beiträge: 184
Registriert: Sa Feb 22, 2020 08:44
Antispam-Sicherheitsabfrage: 63
Geschlecht:

Re: Plausch dies das

Beitrag von Tscharlie » Fr Apr 10, 2020 11:53

Hallo Mia,

die Schrift des Titels "Aussaattage" zeigt ja welch Geist Maria Thun ist. Und damit liegt sie auf meiner Linie. Seit ca. 1985 habe ich Verbindung zur Antroposophie. Anfangs ganz kritisch, aber im Laufe der Jahrzehnte werden viele für mich nicht erklärbare Vorgänge in der Welt, erklärbar. Daher halte ich mich, wenn es möglich ist, an die Vorgaben von Maria Thun, ohne das dogmatisch zu sehen.

Einen besinnlichen Karfreitag wünsche ich, denn heute und morgen schließt Maria Thun Gartenarbeit aus.
Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier. M.Ghandi

Mia
Bio-Genie
Bio-Genie
Beiträge: 3022
Registriert: Fr Jun 04, 2010 22:27
Antispam-Sicherheitsabfrage: 63
Wohnort: östliches NRW
Geschlecht:

Re: Plausch dies das

Beitrag von Mia » Fr Apr 10, 2020 23:20

Ja, ich schätze die Anthros auch sehr.

In der Stadt Witten ( NRW) gibt es viele Steiner-Anhänger und Steiner orientierte Zentren, unter anderem das fantastische Krankenhaus, die relativ neue Uni Witten-Herdecke, und als ich im Bergischen Land wohnte, war es nur ein Katzensprung. Ich hatte ( in den achzigern/neunzigern, mit der Uni auch später noch) viel mit Anthroposophen zu tun.
In Bochum gibt es zudem die wunderbare Bank für Leihen und Schenken. Auch mit der hatte ich zu tun.
Mit Homöopathie habe ich mich beschäftigt, lange Jahre, und in Witten dazu (auch) Steiner-Kurse besucht.
Ich durfte ganz alte Anthroposophen kennenlernen, die mich entzückten: Da kommt ein 85zigjähriger her, sehr wach, frisch und ausgeruht, und hat Wangen wie Rotbäckchen auf der Packung!
Kommt daher, frisch, wie ein rotbackiger Apfel! Hat sich immer gut ernährt, hat nie viele allopathische Medikamente genommen, immer nur, falls nötig, homöopathisches Zeug...
Solche Alten gibt es in der modernen Jetztzeit gar nicht mehr!
Ich habe da einen kleinen Freundeskreis für mich aufbauen können.

So. Alles gut.
ABER... es ist nicht alles Gold, was glänzt.
Durch die Freunde und Freundinnen habe ich auch das Elend der Waldorfschüler mitbekommen, die bis zum Abitur gehen sollten, und deren absolute Überforderung in den letzten drei Schuljahren, weil nun staatliche Wissensziele erreicht werden mussten.
Ich habe die Unterforderung begabter Schüler in den ersten weiterführenden Klassen erlebt, und deren überbordenden Drogenkonsum! Kaum gegängelt von den Lehrern.
Ich habe die tiefe Unsicherheit jener Schüler erlebt, die nach dem Abi in die freie Welt gingen, um dort zu studieren. Und sich kaum zurecht fanden! Deshalb ist es auch so ungeheuer gut, dass die Uni Witten -Herdecke gegründet wurde.
Ich wünschte für mich, ich hätte dort studieren dürfen!!!

Sie beginnen mit einem Studium Fundamentale, was sie tageweise bis zum Ende ihres eigentlichen Studiums begleitet. Es geht darum, eben keine Fachidioten heranzuziehen, sondern das Wissen der Studierenden nach möglichst allen Seiten zu öffnen.
Toll, nicht wahr?

Das wunderbare anthroposophische Krankenhaus in Witten-Herdecke, die Universität Witten-Herdecke, und auch die von Anthroposophen gegründete GLS -Bank, sind absolut moderne Vertreter unserer Zeit, sie bilden so etwas wie ein Bindeglied, zwischen den Gedanken Rudolf Steiners und der Jetztzeit.
Sie wissen allerdings auch, dass man heute zu manchen Gedanken Rudolf Steiners ein paar Abstriche machen muss.

Damit kommen wir zu Maria Thun. Sie verwendet für ihre Mondkalender ( und ihre astrologische Sicht) nicht den Gregorianischen Kalender, der heute weltweit gilt, sondern einen anderen. Ich wusste es mal, finde es aber in meinem Kopf nicht mehr wieder, und ergooglen lässt es sich auch nicht.
Es ist auch nicht der jüdische Kalender, nicht der julianische, ich weiß es einfach nicht mehr.
Falls anthroposophische wissenschaftliche Institutionen ( oder Banken) überhaupt noch astrologische Gesichtspunkte zu ihrem Tun zulassen, was ich stark bezweifle, können sie sich einfach nicht leisten, dass ihre astrologische Zeiteinschätzung nach Steiner oder Thun - gegenüber der sonstigen Welt - drei Tage hinterher hinkt, okay?

Ich schätze Deinen Glauben an Maria Thun, schaden kann es ja wirklich nichts.
Aber nun kommt der nächste Punkt, an dem es in ihrem Mondkalender hinkt, und das sind die Blüh-, Wurzel-, Blatt- und Fruchttage.
Sie legt da alte astrologische Prinzipien zu Grunde, wonach zum Beispiel Kletterpflanzen besonders gut gedeihen, wenn der umlaufende Mond durch ein Luftzeichen wandert.
Luftzeichen werden astrologisch beherrscht von Merkur, das war der römische Götterbote mit den Flügeln an den Füßen, somit klar, ja?
Die Zeichen für eine gute Aussaat von Kletterpflanzen findest Du aber auch ( gedruckt!) im Dezember, wenn die äußeren Kriterien, das Wetter, die Temperatur, überhaupt nicht mit den Bedürfnissen von keimenden Pflanzen übereinstimmen!
Das kann also gar nicht richtig sein!

Sie hat aber auch großen Wert auf den aufsteigenden und absteigenden Mond gelegt, auf den abnehmenden und den zunehmenden, was sehr richtig und toll ist! Absteigend und abnehmend ist auch nicht dasselbe! Das sind jeweils unterschiedliche Kriterien, und dazu muss man schon in ihren gedruckten Kalendern richtig genau gucken, um das hinzubekommen.

Der vielleicht größte Witz ist .. na, ich muss anders anfangen.
Ich schreibe jetzt in diesem Forum seit 10 Jahren, in einem anderen Pflanzenforum seit 6 Jahren, ein drittes habe ich nach 2 Jahren aufgegeben, weil ich mit den Leuten nicht klarkam. Das Thema Mondkalender wird von den Usern mit hereinbrechendem Frühjahr in allen Foren immer wieder aufgestellt. Viele sind von den Ergebnissen begeistert, und erzählen ebenso wie Du, wie wunderbar alles klappte! Wenn man doch nur den richtigen Zeitpunkt ausgewählt hatte!
Nun kommt der Witz: Die einen benutzten den Mondkalender nach Maria Thun, die anderen den tropischen Mondkalender, der auf vielen Internetseiten vertreten ist - und alle waren gleichermaßen Feuer und Flamme! Obwohl bei Maria Thun meinetwegen Wurzeltage waren ( und Zwiebeln in der Erde kamen) , in dem anderen Kalender aber Blühtage, und Rosen gepflanzt wurden! Zum selben Datum!!!
Dies, meine ich, dass beide Arten besonders gut gediehen, lässt sich tatsächlich nur mit gutem Glauben erklären!

Ich habe nichts gegen guten Glauben.
'Glauben' an Pflanzen oder etwas das lebt, es schadet ja sowieso nicht, es stützt nur!

Wenn ich an meinen weißen Mittelspitz nicht geglaubt hätte, dass er es schafft, als er mit rüde abgeschnittenen, noch blutverkrustetem Schwanz vor drei Jahren bei mir ankam, völlig verängstigt, mit scheelem Blick, und ständig bereit, richtig bös in alle Menschen reinzubeissen; wenn ich den Glauben nicht gehabt hätte, und den auch ganz sicher ausstrahlte, wäre vielleicht nichts aus dem geworden.
Und das ist nicht mein erster vernachlässigter Hund, es ist mein vierter.

Man sollte 'glauben'.
Und das Interessante ist, in dem guten Glauben an ein Tier oder an Pflanzen, wie sie gedeihen mögen, entwickelt ( und transportiert) man auch selbst die richtigen Verhaltensweisen. Man checkt unbewusst ab, wie es den Wesen geht und verhält sich richtig! - Jedenfalls, wenn man seelisch halbwegs gesund ist.
So hast Du Deine Radieschen vermutlich auch an den richtigen Tagen von Beikräutern befreit, und Deinen "Guten" mehr innere Zustimmung zukommen lassen als den "Schlechten."
Da kannste jetzt drüber lachen - oder auch nicht. :wink:

Lieben Gruß
Mia
Ich möchte so ein guter Mensch werden, wie meine Hunde von mir glauben, dass ich es bin.

Benutzeravatar
Tscharlie
Gartenprofessor
Gartenprofessor
Beiträge: 184
Registriert: Sa Feb 22, 2020 08:44
Antispam-Sicherheitsabfrage: 63
Geschlecht:

Re: Plausch dies das

Beitrag von Tscharlie » Sa Apr 11, 2020 07:56

Zur Waldorfschule nur so viel: Von den ca. 50 ehemaligen Waldorfschülern die ich kenne ist nur einer gescheitert. Der Rest hat eine normale Entwicklung genommen.

Ich bin kein Anhänger der anthroposophische Gesellschaft, zu sehr Steiner gläubig, in meinen Augen.

Die GLS Bank hat sich in meinen Augen auch in die ganz falsche Richtung entwickelt.

Die ganzen Hintergründe beim Aussaatkalender lasse ich links liegen.

Ich habe im Laufe der über 50 Jahren in denen ich Naturbeobachtung betreibe eine eigene Sichtweise gewonnen. Einiges was Steiner schreibt scheint mir sinnvoll, anderes weniger treffend.

Dein Beispiel mit dem Hund ist interessant. Denn von meiner Sichtweise aus, prägen wir den Haustieren, nennen wir es der Einfachheit halber, Teile unserer Person ein. Wenn das nicht geschieht, dann entwickelt sich ein Hund Richtung Wolf, was gefährlich sein kann. So passiert bei unserem braunen Pudel, der wuchs die ersten 6 Monate in einem Hunderudel auf, auch heute noch nach 16 Jahren ist er unberechenbar. Zu 99,9 % ist es ein normaler Hund, aber dann plötzlich,ohne Vorwarnung, geht er auf uns los.

Nun kann natürlich das Argument kommen: Aber aus Straßenhunden werden doch ganz liebe Hunde. Klar, denn ohne dass sich diese Hunde mit den Menschen arangieren. würden sie auf der Straße nicht überleben. Die sind an die Menschheit angedockt, so könnte man das denken. Dein Spitz hat die Prägung eines anderen Menschen bekommen, die ihn so werden ließen, mit einer vorsichtigen Umprägung läßt sich das korrigieren, denn die Menschenprägung ist ja schon da, anders als bei unserem Hund, der sich als Wolf fühlt und in manchen Momenten daher für nicht Wölfe nicht erreichbar ist.

Kleiner Gedanke noch zum Ausaatkalender: Vielleicht schätze ich einfach die Ordnung die damit entsteht?
Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier. M.Ghandi

Mia
Bio-Genie
Bio-Genie
Beiträge: 3022
Registriert: Fr Jun 04, 2010 22:27
Antispam-Sicherheitsabfrage: 63
Wohnort: östliches NRW
Geschlecht:

Re: Plausch dies das

Beitrag von Mia » Sa Apr 11, 2020 19:58

Na, Tscharlie, dann musst Du mal mehr ein Wolf werden! :smile:

Obwohl Carolyn die Seiten abgelehnt hat, tausche ich immer mal Pflanzen im Tauschgarten.
https://www.tauschgarten.de/index.php
Seit kürzerem haben die auch eine allgemeine Tauschseite. Da habe ich just vor zwei Tagen meine vier Hundebücher eingestellt, das eine ist: "Der Wolf im Hundepelz" von Günther Bloch.
Ich weiß nicht, ob man da als Neuling noch extra Tickets bekommt, aber Du könntest es ertauschen.
Wäre vielleicht für Dich hilfreich.

Ich weiß gar nicht mehr genau, was alles drinsteht, ist schon so lange her, dass ich es las.
Ich glaube mich zu erinnern, was ich mitgenommen habe, ist ein Stück Körpersprache der Hunde. Ich weiß es aber nicht mehr, vielleicht habe ich das auch woanders her.
Zum Beispiel das "Sperren".
Wir Menschen (und somit Affenartige) denken uns zum Beispiel nichts dabei, wenn der Hund uns seine Breitseite präsentiert. Na, denken wir, der steht halt jetzt so!
Für den Hund, in der Hunde- oder der Wolfssprache, ist es aber ein ganz starkes Signal: "Bis hierhin und nicht weiter! Du, Mensch ( auch: du, anderer Hund!) hast durch dein Verhalten eine Grenze bei mir überschritten! Noch einen Schritt weiter, und ich greife dich bös und keifend und mit meinen Zähnen an!"

Ist jedenfalls ein gutes Buch.

Auch gut ist: "Das andere Ende der Leine" von Patricia B. McConnell. Hier geht es teilweise um die Missverständnisse zwischen den menschlichen 'Affen' und den Caniden, den Hunden.
Beide haben unterschiedliche Körpersprachen. Das habe ich aber weniger gelesen als den Bloch, den habe ich tatsächlich zweimal durch.

Und dann war es für mich auch wurscht. Irgendwann, 2005, 2006 hatte ich meine Lektionen bezüglich Hunden gelernt, und wusste weitgehend, wie ich mich zu verhalten hatte.
Wohlgemerkt: ICH! Nicht der Hund! :wink:

Ich brauche die Bücher jetzt nicht mehr, deshalb gebe ich sie ab.

Für heute liebe Ostergrüße

Mia
Ich möchte so ein guter Mensch werden, wie meine Hunde von mir glauben, dass ich es bin.

Benutzeravatar
Tscharlie
Gartenprofessor
Gartenprofessor
Beiträge: 184
Registriert: Sa Feb 22, 2020 08:44
Antispam-Sicherheitsabfrage: 63
Geschlecht:

Re: Plausch dies das

Beitrag von Tscharlie » So Apr 12, 2020 07:09

Vom Ausaatkalender zur Menschenerziehung.

Anders als bei der Astrologie bin ich an Tierverhalten seit frühester Kindheit interessiert. Den von Dir genannten Autoren folge ich nicht wirklich, unter anderem fand ich einige Hinweise bei Clarissa von Reinhardt.

Und das ist das unangenehme bei dem braunen Pudel. Keinerlei Muster erkennbar. Gott sei dank ist er nur 38 cm hoch und 8 kg schwer. Er darf aber seit ein paar Jahren keinen Kontakt mehr zu Kindern haben. Bisher hat er noch niemand anderen angegriffen, aber das kann auch nur den Hintergrund haben, weil es eben sehr selten (1 x im Jahr) vorkommt.

Seit ich an das Märchen: "Der stärke überlebt", nicht mehr glaube, hat sich auch meine Sichtweise der Natur sehr verändert.
Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier. M.Ghandi

Mia
Bio-Genie
Bio-Genie
Beiträge: 3022
Registriert: Fr Jun 04, 2010 22:27
Antispam-Sicherheitsabfrage: 63
Wohnort: östliches NRW
Geschlecht:

Re: Plausch dies das

Beitrag von Mia » So Apr 12, 2020 21:46

Naja, aber Clarissa von Reinhardt hat Dir ja auch nicht weitergeholfen.
Ich weiß auch nicht, ob Dir der 'Bloch' weiterhelfen würde.

Jedenfalls ist es sinnvoll, wenn der Hund in manchen Situationen nun mal keine halbwegs menschlichen Züge annehmen will, sich selbst mal mehr und mehr zu 'verhundlichen'.
Oder sich zu 'verwolflichen'.
Runterkommen vom Leitbild des menschlichen Erziehers, und sich bewusst anschauen, was der Hund durch seine Körpersprache dazu zu sagen hat.
Dazu muss man die Signale erstmal kennenlernen.
Dem menschlichen Blick entgeht bisweilen so manches, was von unserem Freund Hund richtig ernst gemeint ist.

Na, ich bin jedenfalls ganz froh mit meinem jetzigen. Der war 'Dachhund' auf Teneriffa. Du kennst ja vielleicht diese eckigen, mehrstöckigen Häuser auf den Kanaren, wo oben, aus der geraden Betonoberfläche noch die Moniereisen herausragen? Um bald - oder irgendwann - noch ein Stockwerk draufzusetzen? Denn, solange das Haus nicht fertig ist, müssen sie dafür keine Steuern zahlen.
Und oben halten sie mitunter Hunde, und zwar ohne jeglichen Familenanschluss, die dort gegen Einbrecher und sonstwas bellen.
Die werden nie ausgeführt. Die fressen, und dann schei**en sie neben ihren Napf. Oder jedenfalls, ganz arglos in dessen Nähe.

So war meiner. Irgendwann stürzte der eifrige Tölpel wohl hinunter, brach sich ein paar Knochen ( ich vermute, neben einem Bein, was offensichtlich war, die Hüfte) , fiel dann sonst wem in die Hände und zum Opfer, der ihm erstmal den Schwanz mit einer- vermutlich stumpfen - Schere abschnitt. Humpelte nun blutend und verletzt in der Gegend umher, wurde von Tierschützern aufgegriffen, und kam so bald und ganz kurzfristig zu mir.

Die Angst, die er anfangs hatte, kann man sich kaum vorstellen. Sie erstreckte sich nicht nur auf Menschen und Kinder, sondern auch auf das Haus! Er war wohl noch nie etwas länger in einem Haus gewesen! Er wollte immer hinaus, in den Garten, saß dann vor den eisernen Gitterstreben des Törchens und bellte. Holte ich ihn hinein, zitterte er wie Espenlaub, hechelte, spuckte, pinkelte vor allen Dingen ständig vor Angst ( er verlor einfach Urin) , und versuchte sich zu verstecken. Floh vor unbekannten Hausgeräuschen (Heizung/Kühlschrank) hinter das Klo oder in düstere Ecken.

Also, der arme Kerl, er war eine recht harte Nuss.
Erst nach zwei Jahren hat er überhaupt angefangen mit seinem ( restlichen) Schwanz zu wedeln.
Vorher wedelte er nicht.
Am Popo darf man ihn aber überhaupt nicht anfassen, dann kriegt er die Panik! Nässt sich sofort ein!

Naja, bis auf das, ist es jetzt halbwegs gut.
Zu meiner großen Freude liebt er inzwischen Kinder. Und die Kinder lieben ihn. Wäre anders auch Mist, denn wir wohnen jetzt zwischen einer Grundschule und einem Kindergarten. Der kleine Aladin will jetzt zu den Kindern, will sie begrüßen! Möchte sich gerne von ihnen streicheln lassen. Immer, wenn wir zum Hundegang losgehen, strebt er zur Grundschule, und wenn ich nicht aufpasse, und die Tür geöffnet ist, rennt der doofe Mistköter rein!
Gottseidank sind die Lehrer dort vernünftig, noch niemand von dort hat mich angezeigt.

Nach etwa drei Jahren, also jetzt noch ziemlich neu, hat er auch das Spielen angefangen.
Er hat einen Quiekeball, den er liebt, und einen kleinen Quiekeelefanten, den er ebenfalls liebt.

Tjo, so geht es mir mit meinem jetzigen Hund. Die schlimmsten Zeiten sind vorüber. Eindeutig.

Mia
Ich möchte so ein guter Mensch werden, wie meine Hunde von mir glauben, dass ich es bin.

Benutzeravatar
Carolyn
Bio-Genie
Bio-Genie
Beiträge: 4461
Registriert: Do Mai 07, 2009 17:28
Antispam-Sicherheitsabfrage: 63
Wohnort: jwd. in Oberbayern
Geschlecht:

Re: Plausch dies das

Beitrag von Carolyn » Di Apr 14, 2020 14:07

Mia hat geschrieben:
Sa Apr 11, 2020 19:58
Obwohl Carolyn die Seiten abgelehnt hat, tausche ich immer mal Pflanzen im Tauschgarten.
https://www.tauschgarten.de/index.php
Na, ich hoffe mal, das ist nur unglücklich formuliert. Nur weil ich eine Seite (oder sonst etwas) als für mich nicht passend ablehne, heißt das ja noch lange nicht, dass sie nicht für Dich oder sonst jemanden passt oder gar, dass sie "schlecht" ist. :wink:
Die Kunst ist, einmal mehr aufzustehen, als man umgeworfen wird. (Winston Churchill)

Benutzeravatar
Tscharlie
Gartenprofessor
Gartenprofessor
Beiträge: 184
Registriert: Sa Feb 22, 2020 08:44
Antispam-Sicherheitsabfrage: 63
Geschlecht:

Re: Plausch dies das

Beitrag von Tscharlie » Fr Apr 17, 2020 17:10

Was machen Eure Wasservorräte?

Hier ist das schon krass, Böden schon wieder total trocken. Erst in 5-10 Zentimeter kommt ein wenig Feuchtigkeit.

Der erste von 3 Wassertanks wird demnächst schon leer sein, war aber auch nicht voll, weil es im Winter einfach zu wenig Niederschläge gab.

Der für Sonntag erhoffte Regen scheint auch nicht zu kommen.

Einen Vorteil hat das ganze, Nacktschnecken sind hier ausgestorben, noch keine gefunden.
Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier. M.Ghandi

Mia
Bio-Genie
Bio-Genie
Beiträge: 3022
Registriert: Fr Jun 04, 2010 22:27
Antispam-Sicherheitsabfrage: 63
Wohnort: östliches NRW
Geschlecht:

Re: Plausch dies das

Beitrag von Mia » Mo Apr 20, 2020 15:54

Bei mir ist auch tabula rasa, was das Wasser betrifft.

Der Garten ist für mich neu und ich habe nirgendwo einen Wasseranschluss. Jetzt wollte ich das Regenwasser von den Dächern der Garagen nutzen ( falls es doch noch mal regnet), aber das Rohr kommt außen ( ziemlich tief) aus der dritten leerstehenden Garage, und für die habe ich keinen Schlüssel. Wollte gucken, ob ich das Rohr von innen nicht nach außen höher legen kann, und dann darunter auch Wassertonnen aufstellen. Habe jetzt die Vermieterin ( sie wohnt in Hamburg) um den Schlüssel gebeten, den hat eventuell ihr Bruder, der wohnt in Soest, oder aber ihre Schwester, die wohnt in Berlin. - Kann also noch dauern, bis das Schlüsselchen mal bei mir eintrifft. :rolleyes:

Bis dahin kann ich nur eins tun: so dick wie möglich mulchen, um den Schatten darunter zu nutzen, damit der Boden zumindest ein bisschen feucht bleibt. Und die freien Stellen so rasch es geht, mit bodendeckendem Zeug bepflanzen.

Bis jetzt habe ich im Garten ja noch ( bis auf die Stellen, wo ich sie schon weg habe) die reinste Brennnesselwildnis. Die Brennnesseln nehme ich zum mulchen an anderen Stellen, um z.B. die Erde um harte Gräserbuschel etwas anzuweichen, weil ich die hartnäckigen Büschel so, aus dem trockenen Boden, gar nicht herausbekomme.

Die neuen, nun Nesselfreien Stellen versuche ich mit Stauden zu bepflanzen, die ich dann mit der Gießkanne angieße, und um die ich sorgfältig wieder abgeschnittene Brennnesseln decke, damit die die Feuchte etwas halten.

So 'fummele' ich mich zur Zeit hin.

Mia
Ich möchte so ein guter Mensch werden, wie meine Hunde von mir glauben, dass ich es bin.

Antworten