Bienenbaum lässt Blätter hängen, die auch langsam eintrocknen

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Bienenbaum lässt Blätter hängen, die auch langsam eintrocknen

Beitrag von AnDou » Mo Jun 28, 2021 12:31

Ich habe vor 3 Jahren einen stattlichen Bienenbaum (ca 4m hoch) eingepflanzt. Er hat nicht den idealen Standort, eine große Eiche nimmt ihm leider etwas die direkte Sonne. In den ersten beiden Jahren schien er sich nur sehr langsam zu verwurzeln. Er hatte zwar Blätter, wuchs aber nicht weiter. Na egal, dachte ich mir. Soll er sich die Zeit nehmen. Dass er erst nach mehreren Jahren blüht, war mir bekannt.
Den letzten harten Winter mit Spitzen von minus 14 Grad hat er überstanden und bildete im Frühjahr wieder kleine Blätter (von dichter Laubkrone ist nicht zu sprechen).
Und seit einer Woche lässt er nun die Blätter hängen, die auch allmählich vertrocknen.

Kann ich diesen Schatz noch retten? An mangelndem Wasser kann es nicht liegen, der Boden ist durchlässig und er hat eine Mulchschicht im Wurzelbereich. Ich habe ihm vor 3 Tagen Flüssigdünger gegeben, weil ich dies bislang versäumt hatte. Kennt jemand dies Phänomen und hat einen Rat, was ich tun kann?

Wenn es allerdings die Wühlmaus war, die ich seit langem versuche zu fangen/erschlagen, dann verliere ich leider diesen Baum.

Hoffentlich habt ihr den passenden Rat für mich!!
Danke und liebe Grüße
Andrea

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Re: Bienenbaum lässt Blätter hängen, die auch langsam eintrocknen

Beitrag von Tscharlie » Di Jun 29, 2021 07:41

Habt ihr die Eichenblätter im Herbst immer gut entfernt?
Bäume haben ja allerlei "Ideen" entwickelt um ihr Terrain von anderen Bäumen frei zu halten.
Eichen werden dafür die Gerbsäure nutzen die in ihren Blättern und im Holz ist.
Andere Bäume mögen das nicht.

Vielleicht ist auch der "oberirdische" Teil des Baumes von Anfang an viel zu groß für den "unterirdischen" Teil. Wurde der Baum entsprechend den wenigen Wurzeln die er am Anfang hatte auch in der Krone verkleinert?

Vielleicht jetzt verkleinern?

Düngen wird nichts bringen, da ja keine Blätter da sind die den Nährstoffhaushalt in Schwung bringen können. Erst wenn die "ziehen" wird Wasser über die Wurzeln aufgenommen und Nähstoffe "mitgerissen".
Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier. M.Ghandi

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Re: Bienenbaum lässt Blätter hängen, die auch langsam eintrocknen

Beitrag von AnDou » Di Jun 29, 2021 19:32

Danke für die schnelle Antwort.
Ja, die Eicheln hatten wir entfernt.
Der Wurzelballen war sehr groß bei Lieferung. Und ich habe ihn gut angewässert.
Was du schreibst ist logisch.
Jetzt die Krone schneiden? Es steht eine nächste Hitzewelle an. Ist das egal?

Liebe Grüße
Andrea

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Re: Bienenbaum lässt Blätter hängen, die auch langsam eintrocknen

Beitrag von Tscharlie » Mi Jun 30, 2021 05:46

Man stellt sich ja Bäume so vor.

So groß wie sie uns sichtbar gegenübertreten, so weitläufig sind sie auch unterirdisch.

Dann wird schnell klar wie klein man die Krone schneiden muss, damit das Gleichgewicht wieder hergestellt ist, nachdem er der Erde entnommen worden ist.

Ich würde ganz vorsichtig von außen langsam nach innen schneiden. Denn einige Teile werden schon abgestorben sein. Nicht dass man zufällig alle gesunden Teile weggeschnitten hat und die toten belassen.

Wichtig die Erdoberfläche locker halten, also haken.

Wir sähen oft Klee ein, der bedeckt die Oberfläche, hält sie offen und düngt auch noch ein wenig.
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Re: Bienenbaum lässt Blätter hängen, die auch langsam eintrocknen

Beitrag von Carolyn » Mi Jun 30, 2021 18:04

Ich bin mir nicht so sicher, dass ein kräftiger Rückschnitt jetzt mitten in der Wachstumsphase so gut ist. Ich kenne den Bienenbaum nicht, neigt er allgemein dazu, lange zu "bluten" an Schnittstellen? Auf jeden Fall würde ich die Schnittstellen mit Lacbalm oder einem anderen Wundverschlussmittel behandeln, nicht dass sich der geschwächte Baum auch noch Pilze oder andere Schadorganismen einfängt.

Nur zur Sicherheit, Tscharlie meinte das EichenLAUB, nicht die Eicheln (FRÜCHTE), das weggeharkt werden muss. Eine "Mulchschicht" aus Eichenlaub (oder Kompost daraus) passt nur zu Pflanzen, die einen eher sauren Waldboden brauchen, wie Rhododendron oder Heidelbeeren. Ich gehe nicht davon aus, dass der Bienenbaum auch dazu gehört, also stört ihn das Eichenlaub und es muss aus seiner Umgebung entfernt werden.

Ich hab ein bisschen im Internet gelesen, Bienenbäume sind wohl Flachwurzler, also solltest Du beim Hacken nicht tief in den Boden gehen.

Es gibt Baumarten, deren Wurzeln sehr gerne von Mäusen angeknabbert werden. Erkennbar ist das irgendwann daran, dass der Baum nicht mehr fest steht sondern relativ leicht zu kippen ist. Am Ende kann man ihn dann mit der Hand aus dem Boden ziehen. :sad: Meine Obstbäume pflanze ich nie ohne einen Schutz aus unverzinktem Hasendraht, damit die ersten Jahre (bis der Baum gut eingewachsen und der Draht verrostet ist) keine Mäuse an die Wurzeln können. (Trotzdem haben sie mir den ein oder anderen Baum/Strauch gekillt.) Das ist bei Dir jetzt natürlich zu spät.
Die vertrocknenden Blätter deuten aber durchaus auf einen Wurzelschaden hin. Wenn der Boden durchlässig ist kann es aber zumindest keine Fäulnis durch Staunässe sein.
Ich nehme an, Du gießt Dein Schätzchen immer mal wieder? Und dann aber kräftig und durchdringend, nicht nur oberflächlich? Nicht dass er nur ganz oben, wo das Wasser hinkommt, Wurzeln bildet und dann natürlich schnell austrocknet. Er muss sich schon tief im Boden verwurzeln, um auch Trockenphasen zu überstehen.

Dieser große Wurzelballen, den er bei Lieferung hatte, wie sah der aus? Waren die Wurzeln in Ordnung oder geknickt und abgerissen? War es ein kompakter Wurzelballen, in dem die Wurzeln schon zu dicht waren und nicht mehr nach außen wachsen konnten (passiert, wenn Pflanzen zu lange in der selben Topfgröße bleiben)? Gab es feine Wurzeln im Ballen und auch ein wenig darüber hinausstehend? Aber auch daran kannst Du heute nichts mehr ändern. :nachdenk:

Ich weiß echt nicht, was ich Dir raten soll. Ich habe noch nie versucht, einen vier Meter hohen Baum zu (ver)pflanzen. Außer bei extrem gut gezogener Baumschulware (bei der das Wurzelwachstum durch häufiges Umpflanzen begrenzt wurde) halte ich das eigentlich für unmöglich. Aber ich weiß, dass auch an Straßenränder oft solch große Bäume gepflanzt werden. Die dann regelmäßig nicht sonderlich standfest sind und gegossen werden müssen. Weil sie sich eben nicht mehr so gründlich verwurzeln. Naja, man merkt, dass ich kein Fan von derlei Aktionen bin. :wink:

Die einzige Erstehilfemaßnahme, die mir einfällt ist, ihn zweimal pro Woche frühmorgends oder abends zu gießen und zwar jeweils mit 40 bis 50 Litern über eine Stunde, so dass auch alles versickern kann. Natürlich nur, wenn der Boden auch wirklich bis in die Tiefe durchlässig ist. (Ich habe hier Lehmboden, bei mir wäre das nicht sinnvoll. :wink: )
Die Kunst ist, einmal mehr aufzustehen, als man umgeworfen wird. (Winston Churchill)

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Re: Bienenbaum lässt Blätter hängen, die auch langsam eintrocknen

Beitrag von AnDou » Fr Jul 02, 2021 17:49

Ich danke euch herzlich für euer Engagement!!
Ihr helft mir ungemein mich in das Thema einzufinden.

Der Baum kommt von einer guten Baumschule und hatte meiner Erinnerung nach einen guten Wurzelballen. Genauer kann das gar nicht beschreiben. Ich hatte einen Baum gewählt, weil ich eine Sichtlinie vom Balkon eines Nachbarn aus auf meine Gartensauna schließen möchte.

Ich habe die Krone nun etwa um die Hälfte eingekürzt. Die Blätter waren an der Peripherie eingetrocknet, so dass ich das ziemlich gut machen konnte. Die Äste haben noch Saft. Die vorhandenen welken Blätter trocknen im Moment nicht weiter ein. Hoffnung kommt auf.
Ich denke mitlerweile, dass die Wühlmaus an den Wurzeln gefressen hat. Ein ca 3 Meter entfernt stehender Sommerflieder welkt nun auch an einer Seite.

Nun kann ich nur warten und darauf hoffen, dass bald neue Triebe kommen.

Liebe Grüße
Andrea

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Re: Bienenbaum lässt Blätter hängen, die auch langsam eintrocknen

Beitrag von Tscharlie » Fr Jul 02, 2021 20:14

Hm, für neue Triebe ist es fast schon zu spät.

Beobachte mal die Bäume. Ab Anfang Juli beginnen die Blätter die Frische schon zu verlieren, die Natur bereitet sich auf den Winter vor.

Im Mai ist das anders: Wenn da Triebe verloren gehen, dann wird sofort "nachgeschoben".

Einfach das Bäumchen betüddeln, dann wird das schon.
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Re: Bienenbaum lässt Blätter hängen, die auch langsam eintrocknen

Beitrag von AnDou » Fr Jul 02, 2021 20:24

Dieser Baum blüht ja erst im August. Also ein Spätentwickler. Deshalb bin ich dem Rat des Einkürzens gefolgt.
Ich betüddel ihn. Und habe beide Augen darauf. Und gieße ausgiebig.

Liebe Grüße

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Re: Bienenbaum lässt Blätter hängen, die auch langsam eintrocknen

Beitrag von Carolyn » Fr Jul 02, 2021 22:39

Sollten er jetzt wirklich noch neue Triebe schieben, dann kann es passieren, dass sie nicht mehr genug aushärtern und im Winter erfrieren. Nur als Vorwarnung. Wäre also fast besser, wenn er jetzt oberirdisch nicht mehr stark treibt, sondern die Kraft in die Wurzeln steckt.
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