Wildkirsche veredeln

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Fallobst
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Wildkirsche veredeln

Beitrag von Fallobst » Fr Mai 19, 2017 15:55

Hallo ihr Lieben

Ich hatte mir vor 1 Jahr diese Wildkirsche ausgegraben und bei mir im Garten wieder eingegraben.

Ich will versuchen soviele Sorten wie möglich an der Kirsche anzupflanzen. Leider weiss ich nicht wie man das fachlich nennt. Quasi einen Ast aufpfropfen.

Welche Größe sollte der Kirschbaum dafür haben?

Welche Sorten kann ich an die Kirsche pfropfen?

Und könnt ihr mir genau erklären wie es geht?

Und wie hoch sind die Chancen?


Wer sich jetzt fragt wozu der Aufwand? Ganz einfach. Spass an der Freude ;)

Wie läuft das eigentlich in den Baumschulen? Muss man da auch immer wieder auf die neuen Bäume alte Äste aufpfropfen? Oder kann man eine veredelte Kirsche, Apfel, Birne über den Samen erhalten?

Spannendes Thema auf jeden Fall.

Vielen Dank
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Re: Wildkirsche veredeln

Beitrag von Carolyn » Fr Mai 19, 2017 16:45

Kirschen müssen in jedem Fall veredelt werden, aus Samen entstehen nur kleine Früchte. Dazu wird zur richtigen Zeit im Herbst ein junges Reis aus der Krone eines gut tragenden Baumes geschnitten, über den Winter richtig gelagert und dann im Frühling aufgepfropft. Das ist jedoch - gerade bei Kirschen - durchaus eine Kunst. Auch muss man darauf achten, dass Unterlage und Edelreissorte zusammenpassen, sonst gibt es wulstige Veredelungsstellen oder eine zu schwere Krone oder oder. Desgleichen vertragen sich Süß- und Sauerkirschen nicht.

Da ich selber einen halben Wildkirschbaum habe - die andere Hälfte wurde von einem Profi veredelt - lass Dir gesagt sein, dass die Wildform tendenziell stärker wächst als die Zuchtform. Wenn Du also - auch nur vorübergehend - einen Teil als Wildform erhältst, musst Du sie stärker schneiden, damit sie nicht überhand nimmt. Ich habe bei meinem geteilten Baum von der Wildkirsche vor ein paar Jahren den Hauptast rausgeschnitten, da sie eigentlich untergeordnet bleiben sollte. Inzwischen ist der Wildkirschenteil schon wieder der größere.

Für die verschiedenen Veredelungsformen gibt es Bücher mit Schaubildern. Wie eine Okulation funktioniert, habe ich hier mal fotographisch dokumentiert. Ist damals allerdings auch nichts geworden, das Auge hat nicht ausgetrieben. :sad:
Einen großen Artikel über die Veredelung gibt es hier auf der BG-Hauptseite.
(Sorry, aber das Thema ist definitiv zu umfangreich für einen Forenbeitrag. :wink: )

P.S.:
Fallobst hat geschrieben:Wer sich jetzt fragt wozu der Aufwand? Ganz einfach. Spass an der Freude ;)
Ich habe momentan auch einen jungen (Sämling vom letzten Jahr) Wildkirschbaum im Topf stehen, da ich eine Sorte sehr frühe, wurmfreie Kirschen von mir darauf veredeln will, nach der ich das Internet schon vergeblich abgesucht habe. Das hat aber noch einige Jahre Zeit, da muss aus dem Zweiglein erst ein Bäumchen werden. *g* Ein Profi sagte mir mal (auf Zwetschgen bezogen), der Stamm sollte etwa fingerdick sein zum Veredeln. Bei den einige Jahre alten Zwetschgen, die ebenfalls im Topf bei mir stehen, wird es Zeit. Nicht dass mir die gelben Pflaumen, die ich darauf aufpfropfen will, noch vorher drauf gehen. Da ein junges als Edelreis taugliches Zweiglein zu finden wird sowieso schwierig... :???:
Die Kunst ist, einmal mehr aufzustehen, als man umgeworfen wird. (Winston Churchill)

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