Wiese statt Unkraut

Bodenbearbeitung, Kompostierung, Düngung

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Frieda2
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Wiese statt Unkraut

Beitrag von Frieda2 » So Jul 21, 2019 12:40

Hallo in die Runde! Wir haben neu gebaut und aktuell wächst auf dem schlechten Boden (sehr viele zum Teil große Steine, sehr lehmiger und auch recht verdichteter Boden) vor allem Unkraut (erst viel Mohn, inzwischen sehr viel Melde, daneben wilde Möhre, Disteln,...). Nun hätte ich da künftig gern Wiese, da können gern Kräuter dazwischen wachsen, aber vorrangig Gräser wären schon schön. Aktuell wachsen so gut wie keine Gräser obwohl auf der Fläche vor den Bauarbeiten mal eine Wiese war. Würde es helfen, das zu mähen, liegen lassen und dann mind. 10cm Mutterboden drauf und Wiese aussähen oder finden die Unkrautsamen (vor allem die Melde...) einen Weg, da wieder zu wachsen? Oder wie soll ich hier am besten vorgehen damit das wieder eine Wiese wird?

Mia
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Re: Wiese statt Unkraut

Beitrag von Mia » So Jul 21, 2019 20:48

Hallo Frieda, :smile:

was möchtest Du denn in Zukunft haben? Eine Wiese - oder einen Rasen?

Die Unterschiede: Ein Rasen besteht in der Regel aus Graseinsaat. Wildblumen haben darin- im deutschen Verständnis - nichts zu suchen, durch regelmäßiges Mähen wird der Rasen kurz gehalten.
In einer 'normalen' Wiese können jede Menge Wildblumen wachsen, die Grasorten darin können bis 60 cm hoch werden. Eine Wiese wird zweimal im Jahr gesenst.

Ich stelle mir vor, dass Du tatsächlich Rasen haben möchtest.
Falls Du tatsächlich Rasen haben willst, solltest Du den Boden bereinigen. Zumindest alle Steine sollten raus. Auch Wurzelunkräuter wie Disteln!
10 cm Muttererde tut dem zukünftigen Rasen gut. Danach kannst Du Rasen einsäen. Vielleicht im nächsten Frühjahr? Harken der Erde und plattieren der Erde vor - und etwas nach der Saat ( festdrücken der Rasensamen mit einem breiten Brett) ist ebenfalls empfehlenswert.
Wenn Du das im nächsten Frühjahr macht, wird Dir der Regen helfen.

Dann hast Du aber noch jede Menge wildwachsendes Zeug als Samen in Deinem zukünftigen Rasen. Das macht aber nichts. Mohn, wilde Möhre und Melde sind es nicht gewohnt, ständig abgemäht zu werden. Wenn Du den Boden etwas gut vorbereitest und dann erfolgreich Rasen einsäst, den Du dann regelmäßig abmähst, geben diese Pflanzen auf. Mohn, wilde Möhre und Melde können unter diesen Umständen nicht überleben. Disteln hingegen schon, gerade in Randbezirken, wo der Rasenmäher nicht so oft hinkommt. Also, es wäre schon sinnvoll, Disteln zu versuchen tief abzustechen.

Gutes Gelingen wünscht Dir
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Re: Wiese statt Unkraut

Beitrag von Hapy » So Jul 21, 2019 21:35

Hallo Frieda,

Du hast neu gebaut und möchtest Deinen Garten anlegen. Du schreibst, dass der Boden z.T. verdichtet ist.

Ich kenne das, vom Haus meiner Eltern. Ich würde als erstes umgraben, ein Spaten tief und wenn die verdichtete Schicht nach unten ausweicht auch etwas mehr. Dabei natürlich die Steine in der oberen Schicht entfernen. Auch die Betonbrocken/-platten die irgendwo verborgen sind entfernen. Die stammen z.B. vom Auswaschen des Betonmischers. Sonst hast Du zusätzliche Stellen in denen bei Regen Wasser steht.

Im nächsten Schritt würde ich jetzt Gründüngung ansäen, z.B. Esparsette, Luzerne oder andere tiefwurzelnde Pflanzen. Dabei geht es jetzt nicht unbedingt um die Düngewirkung, sondern um die Lockerung des Bodens. Die Pflanzen kannst Du dann im nächsten Frühjahr unterhaken oder mähen und die Muttererde darüber verteilen.

Dann kannst Du im nächsten Frühjahr eine Wiesenmischung aussäen.

Hapy

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Re: Wiese statt Unkraut

Beitrag von Frieda2 » Mo Jul 22, 2019 20:33

Mia hat geschrieben:
So Jul 21, 2019 20:48
Hallo Frieda, :smile:

was möchtest Du denn in Zukunft haben? Eine Wiese - oder einen Rasen?

Die Unterschiede: Ein Rasen besteht in der Regel aus Graseinsaat. Wildblumen haben darin- im deutschen Verständnis - nichts zu suchen, durch regelmäßiges Mähen wird der Rasen kurz gehalten.
In einer 'normalen' Wiese können jede Menge Wildblumen wachsen, die Grasorten darin können bis 60 cm hoch werden. Eine Wiese wird zweimal im Jahr gesenst.

Ich stelle mir vor, dass Du tatsächlich Rasen haben möchtest.
Falls Du tatsächlich Rasen haben willst, solltest Du den Boden bereinigen. Zumindest alle Steine sollten raus. Auch Wurzelunkräuter wie Disteln!
10 cm Muttererde tut dem zukünftigen Rasen gut. Danach kannst Du Rasen einsäen. Vielleicht im nächsten Frühjahr? Harken der Erde und plattieren der Erde vor - und etwas nach der Saat ( festdrücken der Rasensamen mit einem breiten Brett) ist ebenfalls empfehlenswert.
Wenn Du das im nächsten Frühjahr macht, wird Dir der Regen helfen.

Dann hast Du aber noch jede Menge wildwachsendes Zeug als Samen in Deinem zukünftigen Rasen. Das macht aber nichts. Mohn, wilde Möhre und Melde sind es nicht gewohnt, ständig abgemäht zu werden. Wenn Du den Boden etwas gut vorbereitest und dann erfolgreich Rasen einsäst, den Du dann regelmäßig abmähst, geben diese Pflanzen auf. Mohn, wilde Möhre und Melde können unter diesen Umständen nicht überleben. Disteln hingegen schon, gerade in Randbezirken, wo der Rasenmäher nicht so oft hinkommt. Also, es wäre schon sinnvoll, Disteln zu versuchen tief abzustechen.

Gutes Gelingen wünscht Dir
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Vielen Dank für Deine Tipps! Eigentlich hatte ich tatsächlich Wiese gemeint, die ich dann auch als Futter (frisch und Heu) für meine Kaninchen nutzen möchte. Aber auf den Bereichen wo wir öfter mal rumlaufen, wird's dann doch ein Rasen, sonst latschen wir ja alles platt. O:)

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Re: Wiese statt Unkraut

Beitrag von Frieda2 » Mo Jul 22, 2019 20:42

Hapy hat geschrieben:
So Jul 21, 2019 21:35
Hallo Frieda,

Du hast neu gebaut und möchtest Deinen Garten anlegen. Du schreibst, dass der Boden z.T. verdichtet ist.

Ich kenne das, vom Haus meiner Eltern. Ich würde als erstes umgraben, ein Spaten tief und wenn die verdichtete Schicht nach unten ausweicht auch etwas mehr. Dabei natürlich die Steine in der oberen Schicht entfernen. Auch die Betonbrocken/-platten die irgendwo verborgen sind entfernen. Die stammen z.B. vom Auswaschen des Betonmischers. Sonst hast Du zusätzliche Stellen in denen bei Regen Wasser steht.

Im nächsten Schritt würde ich jetzt Gründüngung ansäen, z.B. Esparsette, Luzerne oder andere tiefwurzelnde Pflanzen. Dabei geht es jetzt nicht unbedingt um die Düngewirkung, sondern um die Lockerung des Bodens. Die Pflanzen kannst Du dann im nächsten Frühjahr unterhaken oder mähen und die Muttererde darüber verteilen.

Dann kannst Du im nächsten Frühjahr eine Wiesenmischung aussäen.

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Guten Abend Hapy! Auch Dir vielen Dank! Zum Umgraben ist das Grundstück bissel zu groß (oder ich zu faul, dass kann man jetzt so oder so sehen... :lol: ), so 1000qm. Aber wir haben es schon lockern und fräsen lassen und Steine sammeln wir auch ganz fleißig.
Gründüngung hatte ich Anfang des Jahres überlegt, das sind wir aber wegen anderer Baumaßnahmen und weil vorher eigentlich noch Mutterboden oder Humus drauf sollte, noch nicht angegangen und schwupps, war das ganze andere Zeugs da. :paranoid:

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Re: Wiese statt Unkraut

Beitrag von Hapy » Mo Jul 22, 2019 22:12

Fräsen geht natürlich auch. Allerdings merkt man da weniger, was noch so alles im Boden steckt.

Dass Mohnsamen im Boden lange überleben, das ist normal. Die keimen dann, wenn frisch umgeackert wird. Wenn das Grundstück zu groß zum Umgraben ist, würde ich jetzt nochmals fräsen und dann die Leguminosen säen. Du möchtest ja nicht ernten, sondern den Boden lockern.

Das was Du jetzt in den Boden steckst, das wird sich später auszahlen.

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Re: Wiese statt Unkraut

Beitrag von Frieda2 » Di Jul 23, 2019 22:10

Alles klar, lieben Dank! :-)

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